Nachruf

Lonnie Brooks verstorben

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Lonnie Brooks
© Alligator Records

Lee Baker Jr., besser bekannt unter seinem Künstlernamen Lonnie Brooks, ist am 1. April 2017 im Alter von 83 Jahren in Chicago verstorben. Der 1933 in Dubuisson, Louisiana, geborene Gitarrist zog in den frühen 50er-Jahren nach Port Arthur, Texas, und begann dort seine Laufbahn als professioneller Musiker. Inspiriert wurde er besonders von Clarence „Gatemouth“ Brown, Long John Hunter und B.B. King. Für einige Zeit war er Mitglied in der Band des Zydeco-Pioniers Clifton Chenier, bevor er 1957 als Guitar Jr. für das Label Goldband Records die Single „Family Rules” aufnahm. Mit „The Crawl“ gelang ihm ein weiterer kleiner Erfolg, die Shuler/Victorice-Tanznummer wurde später durch die Fabulous Thunderbirds bekannter. Der Stil von Guitar Jr. sorgte seinerzeit für Aufsehen, denn er verband Blues, Country und Rock’n’Roll, bevor der Begriff „Swamp-Rock“ überhaupt erfunden wurde. „Man musste etwas zu bieten haben“, sagte Lonnie Brooks einmal in einem Interview, „es gab damals nur zwei oder drei Gitarristen, die diese Art von Musik spielten.“

Anfang der 60er-Jahre traf er in Atlanta, Georgia, auf Sam Cooke, der ihn mit nach Chicago nahm. Dort spielte er, zunächst immer noch als Guitar Jr., in der Band von Cookes Bruder L.C. Allerdings war in der Windy City bereits ein Guitar Jr. als Bluesmusiker aktiv, daher erfolgte die Umbenennung in Lonnie Brooks – und aus dem Rock’n’Roller von der Golf-Küste wurde ein Chicago-Bluesmann. Brooks war in der Band von Jimmy Reed aktiv, nahm aber weiterhin eigene Singles auf und spielte mit „Broke And Hungry“ 1969 seinen ersten Longplayer ein. Dies noch einmal unter Guitar Jr., erst danach nutzte er diesen Namen nicht mehr.

Lonnie Brooks hat rund ein Dutzend Alben veröffentlicht, zunächst auf Capitol, Evidence und Delmark, die meisten dann ab Ende der 70er-Jahre auf Alligator Records. Außerdem war er als Mitautor an dem Buch „Blues für Dummies“ beteiligt und wurde 2010 in die Blues Hall of Fame der Blues Foundation aufgenommen. Seine Söhne Ronnie und Wayne Baker Brooks sind ebenfalls als Bluesmusiker erfolgreich, auf „Times Have Changed“, dem neuen Album von Ronnie Baker Brooks (siehe Rezension und Interview in bluesnews 89), ist Lonnie Brooks als Gastmusiker zu hören.

03.04.2017 • Dirk Föhrs


 

 

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Kommentar von Thomas Aufermann |

R.I.P.!!!