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Philipp Fankhauser: Mit neuem Album auf Deutschlandtournee

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Philipp Fankhauser:  Mit neuem Album im April auf Deutschlandtournee

Auf den ersten Blick mag man dem Untertitel „The Malaco Session Produced By Dennis Walker & Wolf Stephenson“ auf dem Cover von Philipp Fankhausers neuem Album keine über den reinen Informationswert hinausgehende Bedeutung beimessen. Doch mit der Aufnahme von „I’ll Be Around“ in den Malaco Studios unter der Regie besagter Produzenten hat sich der Schweizer Bluesmusiker einen lang gehegten Traum erfüllt. Bald 30 Jahre ist es her, dass Philipp Fankhauser erstmals in einer Rundfunksendung mit dem Titel „Black Music Special“ von den in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi angesiedelten Malaco Studios bzw. dem dazugehörigen Label hörte. Und er war sofort begeistert von der Musik, die da aus dem Radio kam, „vom neuen Sound der Songs, den Arrangements und dem Soul“, wie er es in Erinnerung an jenes prägende Hörerlebnis formuliert. Eine Nummer, die es ihm besonders angetan hatte, war dabei der Titelsong von Bobby „Blue“ Blands 1985er-Album „Members Only“, der sich noch heute im Liverepertoire des Schweizers findet.

Das war 1988 und somit ein Jahr nachdem Fankhauser, der 1964 in Thun im Kanton Bern das Licht der Welt erblickt und mit elf Jahren von seiner Mutter eine Gitarre geschenkt bekommen hatte, die Checkerboard Blues Band ins Leben gerufen hatte, deren Mitglieder sich zunächst als Blues-Puristen verstanden. Doch nun eröffneten ihm die Malaco-CDs, die er sich umgehend besorgte, eine „ganz neue musikalische Welt“, denn der Blues sei auf einmal nicht mehr nur „12-Takte- und 3-Akkorde-Musik“ gewesen, sondern es seien „balladeske Songs mit Gospel-, Soul- und R&B-Einflüssen“ hinzugekommen. Und genau das sollten letztlich auch jene Zutaten sein, aus denen Fankhauser im Lauf der Jahre seinen ganz eigenen Stilmix kreierte.

Doch zunächst einmal folgten Lehr- und Wanderjahre, in denen es vor allem zwei Menschen waren, die sich für Fankhauser als Mentor bzw. Mentorin als eminent wichtig erweisen sollten: der im Juli 1997 verstorbene Bluesmann Johnny Copeland sowie die inzwischen 77-jährige Sängerin Margie Evans, mit der er sich 2015 noch einmal für eine Tour zusammentat, aus der das im Folgejahr erschienene CD/DVD-Set „Unplugged – Live At Mühle Hunziken“ resultierte. War Evans bereits 1989 Gastmusikerin auf Fankhausers Debütalbum „Blues For The Lady“ gewesen und dann erneut auf der 1994er-Scheibe „Thun – San Francisco“, so hatte ihn Copeland 1994 als Gastsänger für eine Tour in die Staaten eingeladen, die daraufhin für Fankhauser sechs Jahre lang zur neuen Heimat werden sollten. „Von beiden habe ich sehr viel Unterstützung erfahren und eine Menge gelernt“, betont er im bluesnews-Interview. „So hat mir Johnny etwa klargemacht, wie wichtig die ersten Sekunden eines Gigs sind, um das Publikum für sich einzunehmen.“

10.04.2018 • Michael Seiz (Auszug aus dem ausführlichen Interview in bluesnews 93)


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