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Ein Album, das sprachlos macht

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Kim Wilson
Blues & Boogie Vol. 1
(Severn Records, 51:31)

Dass Kim Wilson den Chicago-Blues liebt, dürfte niemanden verwundern. Dass er aber in solch gekonnter Art und Weise wie auf seiner neuen Scheibe „Blues & Boogie Vol. 1“ mit der Ära seiner Idole musikalisch zu verschmelzen weiß, das macht einen dann doch ein wenig sprachlos. Wilson und seine Mitspieler wie Bassist Larry „The Mole“ Taylor, der vor einem Jahr verstorbene Barrelhouse Chuck am Klavier, der ebenfalls bereits verstorbene Schlagzeuger Richard Innes und die beiden Gitarristen Big Jon Atkinson und Nathan James spielen den Blues in dem vollkommen authentischen Gewand, das ihm einst von Größen wie Little Walter oder Sonny Boy Williamson II geschneidert wurde. Passend zu diesem legendär besetzten Ensemble hat Wilson als Produzent zusammen mit Toningenieur Nathan James der Musik ein nicht minder legendäres Klangbild verpasst, das dem Hörer den Floh ins Ohr setzt, dass diese Aufnahmen schon seit gut 60 Jahren irgendwo im Regal auf ihre Veröffentlichung gewartet haben. Ganz gleich, ob Kim Wilson sich einen Klassiker wie den „Worried Life Blues“ von Big Maceo Merriweather vornimmt oder einen seiner eigenen Songs aufnimmt, alles hier klingt so, als sei da ein Musiker am Werk, der nicht auf eine Epoche zurückblickt, sondern der immer schon Teil dieser Epoche war. Kim Wilsons Absicht dabei ist klar: Er will eine Form der Musik bewahren, die heute eigentlich nur noch auf Schwarzweißfotos zu sehen ist. Ein Ansatz, der so ehrenwert wie museal ist. Und den Kim Wilson in herausragender Weise umzusetzen weiß.

01.12.2017 • Ralf Deckert

 

 

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