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Gelungenes Gesamtkunstwerk

Kyla Brox - Pain & Glory

Kyla Brox
Pain & Glory
(Pigskin Records, 60:30)

Schon das Cover von „Pain & Glory” animiert zum genaueren Hinschauen: Die Kalligrafie auf der Frontseite integriert die handgeschriebenen Songtitel in die Locken der 39-jährigen Sängerin aus Manchester. Deren Eltern Victor und Annette waren einst in der Originalinszenierung von „Jesus Christ Superstar“ in England dabei. Mit Vater Victor hat Kyla Brox vier Alben aufgenommen und sang in dessen Begleitband Blues Train, ehe sie sich selbstständig machte, um eigene Blues-, Soul- und Funksongs zu Gehör zu bringen. „Pain & Glory“ ist ihr bereits neuntes Album, das sie gemeinsam mit ihrem Ehemann/Bassisten Danny Bloomeley produziert hat. Stimmlich zeigt sich die Britin sehr flexibel, bewegt sich ähnlich wie Lisa Stansfield trittsicher im modernen Soulklangbereich, hat Falsett bestens drauf oder erinnert auch mal an Aretha Franklin. Die mal eher bluesige, mal mehr soulig orientierte Grundausrichtung reichert sie ebenso funky wie verhalten jazzig oder mit New-Orleans-Flair an. Sie kann treibend vortragen, desgleichen getragen einschmeichelnd oder reflektierend. Die Gewinnerin der European Blues Challenge 2019 überzeugt mit spannungsreichen Arrangements, ob mit Bläsern oder nur zu Pianobegleitung. Sie ist ein „Bluesman’s Child“, eine „Sensitive Soul“ – und ihre zurückgenommene, warmherzig gesungene Interpretation von Leonard Cohens „Hallelujah“ zum Ende hat Klasse. „Pain & Glory“ ist ein gelungenes Gesamtkunstwerk.

Philipp Roser in bluesnews 98
bluesnews 98
Kyla Brox
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