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Lässiger Südstaaten-Sound

Jonathon Long

Jonathon Long
Jonathon Long
(Wild Heart Records, 37:34)

Wer sich nicht zwischen Blues, Country, Southern Rock und Folk entscheiden möchte, sollte jetzt aufpassen, denn Jonathon Long aus Louisiana bringt alle vier Genres gekonnt unter einen Cowboyhut. Nicht nur, dass der junge Musiker genau weiß, was er mit seiner Gitarre anstellen muss, um für offene Münder vor der Bühne zu sorgen. Auch sein Songwriting sowie seine Mitstreiter Julian Civello (dms), Chris Roberts (bs) und Phil Breen (keyb) wissen zu überzeugen. Die Gruppe spaziert lässig durch die Musiklandschaft der US-amerikanischen Südstaaten und klingt dabei so sicher, als spiele sie seit 40 Jahren nichts anderes. Kritikwürdig sind bloß Longs kleinere Gesangsaussetzer. So verfügt er grundsätzlich über ein erstaunlich kraftvolles Organ und beherrscht es zu 99 Prozent fehlerlos. Hin und wieder scheitert das Nachwuchstalent allerdings an höheren Tonlagen und krächzt seine Textzeilen mit wegbrechender Stimme zu Ende, statt sie sauber durchzusingen – ein Manko, das besonders deshalb enttäuscht, weil das restliche Album so stark geraten ist. Wer sich an den kleinen Gesangsschwächen nicht stört, kann bedenkenlos zugreifen, denn das selbstbetitelte Album bereitet ansonsten viel Spaß. Hier versöhnen sich R&B-Fans am Tresen mit Lynyrd-Skynyrd-Anhängern, während Dr. John im Hintergrund auf dem Piano klimpert. Eine gelungene dritte Veröffentlichung!

Timon Menge in bluesnews 96
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Jonathon Long
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