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Packend phrasierter Chicago-Blues

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Rockin’ Johnny Burgin
Neoprene Fedora
(WestTone, 77:51)

Der Chicago-Blues-Gitarrist und -Sänger ist nach Kalifornien übergesiedelt und nach den Coverillustrationen und dem Wortspiel im CD-Titel könnte man meinen, dass Rockin’ Johnny wegen Sonne, Strand und Surfing den Ortswechsel vollzogen hat. Und dann geht seine neue Studio-CD auch noch mit einer vierteiligen Instrumental-Suite los, in der Chicago-Blues-, Surf- und Rock’n’Roll-Gitarre kombiniert werden. Doch bleibt dies (für Bluesfans zum Glück) der einzige Ausflug in die Surfmusik. Ansonsten konzentriert sich Burgin – bis auf zwei vergleichsweise durchschnittliche Ausflüge nach Louisiana – auf seine Kernkompetenz, den authentischen traditionellen Chicago-Blues. An der Gitarre ist seine große Stärke, dass er nicht nur die Licks und den Sound seiner South- und Westside-Vorbilder verinnerlicht hat, sondern auch unwahrscheinlich packend phrasieren und mittels Rhythmik und Pausen eine prickelnde Spannung aufbauen kann. Als Sänger hat sich Johnny großartig entwickelt und kann in dieser Disziplin ebenso begeistern wie sein Gastsänger Alabama Mike, der auf zwei Titeln das Mikro übernimmt – wie auch der Harper Aki Kumar, der weniger gut singt, aber dafür auf sieben Tracks umso besser die Bluesharp spielt. Bob Welsh wirkt an Gitarre und Klavier mit, Nancy Wright steuert bei vier Titeln Saxofon bei und zu den wechselnden Rhythmusgruppen gehört u. a. June Core am Schlagzeug. Wie die meisten West-Coast-Bluesproduktionen dieser Tage wurde die exzellent klingende Scheibe in den Greaseland Studios von Kid Andersen aufgenommen, der auch auf der Hälfte der Titel hauptsächlich an der zweiten Gitarre zu hören ist. Nicht nur musikalisch ist diese vielseitige Scheibe ein Volltreffer, die zum Großteil eigenen Songs sind zum Teil auch textlich bemerkenswert; so nimmt Burgin bei „I Ain’t Gonna Be A Working Man No More“ kein Blatt vor den Mund und beklagt im abschließenden „Goodbye Chicago“ den Niedergang der dortigen Blues- und Clubszene. Eine ganz vorzügliche, großzügig vollgepackte CD, die Liebhabern des klassischen Chicago-Blues nur wärmstens empfohlen werden kann!

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Rosedale, Kenny "Blues Boss" Wayne, Layla Zoe, Mike Vernon, Keith Stone With Red Gravy, Blues Caravan 2019, Mick Kolassa, Trudy Lynn, Jonathon Long, Colin James, Lindsay Beaver, Cliff Stevens, Big Jay McNeely, Steamhammer, Daniel De Vita, Vanja Sky, Vanesa Harbek, European Blues Union, über 100 Rezensionen u. v. m.