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Connor Selby

Connor Selby
Connor Selby (Deluxe Edition)
(Provogue, ca. 77 Min.)
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Zehn Titel, die der Mittzwanziger schon einmal in Eigenregie veröffentlicht hatte, plus vier Bonustracks, die das Ganze zur Deluxe Edition machen, so gestaltet sich das Provogue-Labeldebüt von Connor Selby. Darauf geht die musikalische Reise zunächst einmal in Richtung Blues und Soul, also jener Genres, die der Gitarrist, Sänger und Songschreiber selbst als Schwerpunkte seines Schaffens bezeichnet. Gleich beim Opener „I Can’t Let You Go“ nutzt er dabei dessen knapp sechseinhalbminütige Spieldauer, um erste Kostproben seines solistischen Könnens abzuliefern; und nicht nur beim Gitarrenintro zu „If You’re Gonna Leave Me“ stellt er unter Beweis, dass er seinen B.B. King studiert hat. Bluesrock der gepflegteren Art hat er zudem mit „Emily“ im Angebot, während „Anyhow“ Gospel-Einflüsse nicht leugnen kann. Doch Connor Selby findet seine Inspirationen nicht nur im Blues und dem Genre anverwandten Musikstilen, sondern nennt auch „Singer-Songwriter, Country oder Folk“ als Einflüsse. Diese Abteilung wird hier vertreten von Songs wie „Waitin’ On The Day“ oder „Starting Again“, bei dem man fast schon geneigt ist, ihn der Kategorie Pop zuzuordnen. Für 13 der insgesamt 14 Tracks zeichnet der Brite dabei auch als Autor verantwortlich, zweimal gemeinsam mit seinem Rhythmusgitarristen Joe Anderton. Als einzige Fremdkomposition findet sich unter den Bonustiteln mit „My Baby Don’t Dig Me“ ein Song aus der Feder von Percy Mayfield, den Ray Charles 1964 als A-Seite einer Single aufnahm und den Connor Selby immer schon gemocht hat, wie er im bluesnews-Interview in dieser Ausgabe wissen lässt. Mit diesem flott groovenden R&B-Titel und den drei übrigen Bonustracks geht es denn auch wieder klar in Richtung Blues und Soul. Doch egal, wie Selbys jeweilige stilistische Schwerpunktsetzung ausfällt: Hier ist ein facettenreicher Musiker am Werk, der kreatives Potenzial hat, eine feine (Blues-)Gitarre zu spielen versteht und dessen Gesangsperformance ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist.

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bluesnews 113

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