…seit 1995

Das Magazin für Blues
und Bluesrock

reviews

Geballte Kompetenz

Louisiana Red & Bob Corritore
Tell Me ’Bout It
(VizzTone, ca. 50 Min., Download)

Zehn Jahre liegt es nun zurück, dass der Sänger und Gitarrist Louisiana Red starb. Spätestens nachdem er sich 1981 in Deutschland niedergelassen hatte, konnte sich der 1932 in Bessemer, Alabama, geborene Vollblutmusiker mit seinem ungehobelten Gitarrenstil, seiner kraftvollen Stimme und einer unbändigen Spielfreude hierzulande eine außerordentlich große Popularität erarbeiten. Entsprechend dürfte es Bluesfans freuen, dass der Harpspieler Bob Corritore nun das Album „Tell Me ’Bout It“ auf den Markt brachte, auf dem sich Louisiana Red noch einmal mit all jenen Stärken präsentiert. Während seiner USA-Tourneen besuchte Red Corritore regelmäßig und so entstanden zwischen 2000 und 2009 bei sieben Studiosessions elf hervorragende Songs in wechselnden Besetzungen. Neben Corritore finden sich unter den Mitwirkenden viele weitere hochkarätige Bluesmusiker, darunter die Gitarristen Bob Margolin, Johnny Rapp, Buddy Reed und Little Victor, der Pianist David Maxwell und der Bluesschlagzeuger Chico Chism. Das durchweg im klassischen Chicago-Blues gehaltene Album punktet nicht nur mit geballter Kompetenz, sondern auch mit verschiedenen Nuancen, in denen sich unter anderem Einflüsse von Muddy Waters und Elmore James widerspiegeln. Zu vielen zumeist geshuffelten Zwölftaktern gesellen sich zudem ein knackiger Stop-Time-Blues und eine an Arthur Crudups Klassiker „Who’s Been Foolin’ You“ angelehnte Nummer, die nicht zuletzt durch das grandios stolpernde Schlagzeug einen ganz eigenen Charakter aufweist. Wurden der „Mary Dee Shuffle“ und „Freight Train To Ride“ bereits 2005 auf dem Album „No Turn On Red“ veröffentlicht, unterscheiden sich zwei ebenfalls bereits bekannte Titel hingegen in den vorliegenden Fassungen teils erheblich von den ursprünglichen Versionen: „Alabama Train“ und der auf dem „Someday Baby Blues“ (Sleepy John Estes) basierende Song „Caught Your Man And Gone“. Fans von Louisiana Red oder dem Chicago-Blues im Allgemeinen können bedenkenlos zugreifen.

Zurück



bluesnews 110

bluesnews 111

Oktober bis Dezember

• Thorbjørn Risager
• Dr. Will
• Tomi Leino Trio
• Demetria Taylor
• Bywater Call
• Armano
• Ruf’s Blues Caravan 2022
• The Dig 3
• John Primer
• Georgie Fame
• Louis Myers
• Andi Saitenhieb
• rund 100 Rezensionen u. v. m.