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Grandioses Erstlingswerk

Lindsay Beaver & Brad Stivers
Lindsay Beaver & Brad Stivers
(VizzTone, 40:22, Download)

Gitarristin und Schlagzeugerin Lindsay Beaver in Texas, wo sie auch den Sänger und Gitarristen Brad Stivers traf. Beide veröffentlichten bereits eigene Alben, gemeinsam legten sie nun ihr selbstbetiteltes Debüt vor. Dabei unterstützt wurde das Duo von Barry Cooke (der bei elf von zwölf Songs abwechselnd Bass und Keyboards spielt) sowie bei je einer Nummer von dem Harpspieler Joe Murphy und den Gitarristen Kirk Fletcher, Garrett Mason und Zach Zunis. Diese minimalistische Besetzung passt hervorragend zum irgendwo zwischen den 50er- und 60er-Jahren angesiedelten Retro-Sound des Albums. Von einer Ausnahme abgesehen, bemühen Beaver und Stivers dafür jedoch nicht etwa vielfach zitierte Klassiker, sondern komponierte Songs, die einerseits frisch und unverbraucht klingen, zugleich aber auch angenehm vertraut. So erinnert der tanzbare Shuffle „One Condition“ an jene Zeit, als der Blues in Memphis die Grundlagen für die Entstehung des Rock’n’Roll legte, der auch in der Nummer „See You Again“ deutlich mitschwingt. „I Know What To Do“ und der grandios von Stivers gesungene Song „Be Allright“ orientieren sich hingegen am klassischen Chicago-Blues. Aber auch jenseits der zwölftaktigen Shuffles hat das Album einiges zu bieten, das die Herzen vieler Bluesfans höher schlagen lassen dürfte. Darunter ein schwermütiger Slow Blues (in dessen Solos der Geist der texanischen Gitarrenlegende Freddie King wabert), ein stimmungsvoller Jump-Blues und hier und da auch jene leicht jazzigen Untertöne, mit denen der Texaner T-Bone Walker einst den Sound des West-Coast-Blues mitprägte. Drei stimmungsvolle Soulnummern, darunter eine gelungene Interpretation von „You’re So Fine“ (The Falcons), tragen ebenfalls zum Abwechslungsreichtum bei, ohne dabei den stilistischen Zeitrahmen zu sprengen, in dem das Album angesiedelt ist. Ein grandioses Erstlingswerk eines kongenialen Duos, das sowohl auf instrumentaler als auch auf gesanglicher Ebene bestens harmoniert.

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bluesnews 109

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April bis Juni 2022
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