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In dieser Form einzigartig

Damon Fowler
Alafia Moon
(Landslide Records, 52:04)
Digipak

Damon Fowler spielt (Slide-)Gitarre zum Niederknien, verfügt über eine raue Stimme mit hohem Wiedererkennungswert und schreibt klasse Songs. Damit nicht genug, denn seine Kombination aus Blues, Swamp-Rock, R&B, Soul und Country ist in dieser Form einzigartig. Kaum zu glauben, dass der Mann von der Golfküste Floridas nicht zu den ganz großen Namen der aktuellen Bluesszene zählt. Immerhin hat er mit einigen davon zusammengearbeitet: Johnny Winter, Buddy Guy, Gregg Allman, Robin Trower, Jeff Beck und andere zieren seine Vita. Nicht zu vergessen seine Mitgliedschaft in der Butch Trucks Freight Train Band, in der Dickey Betts Band und der Roots-Formation Southern Hospitality. „Alafia Moon“ startet mit einem groovenden Swamp-Blues und Fowlers markanten Gitarrenriffs, die – das gilt auch für die weiteren Titel – nie zu sehr im Vordergrund stehen, sondern sich stets harmonisch in die jeweiligen Songstrukturen einfügen. Mit dem Bluesrock „I’ve Been Low“ geben Fowler, Chuck Riley (bs), Justin Headley (dms), T.C. Carr (hca) und Mike Kach (keyb) anschließend mächtig Gas, bevor es mit dem bluesigen Titelsong besinnlich wird. Voller Leidenschaft und Emotionen begibt sich Fowler auf die Suche nach dem Positiven in schlechten und unruhigen Zeiten. Die drei ersten Songs stehen sinnbildlich für das gesamte Album: Zwischen druckvolle Bluesrock- und Swamp-Blues-Nummern streut das Quintett immer wieder kleine Erholungsphasen ein. Zum Beispiel mit „The Guitar“, der einzigen Coverversion des Albums, die von Guy Clark und Verlon Thompson geschrieben wurde. Mit Sprechgesang und akustischem Gitarrenspiel berichtet Fowler von einer alten Gitarre, die im Pfandhaus an der Wand hängt. Klasse auch der Richtung Chicago schielende Blues „Taxman“ mit exzellenten Slide-Passagen, das mit einer gewissen Leichtigkeit eingespielte „Wanda“ und die rasante R&B-Schlussnummer „Kicked Her Ass Out“ mit Betty Fox als Gastsängerin.

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