…seit 1995

Das Magazin für Blues
und Bluesrock

reviews

Perfekter Bigband-Blues

The Love Light Orchestra
Leave The Light On
(Nola Blue Records, 34:19)
Digisleeve/Digifile (4 Seiten)

Völlig aus der Zeit gefallen musiziert The Love Light Orchestra – und das mit einer von Traditionsbewusstsein geprägten Intensität, wie sie leider immer seltener anzutreffen ist. Selbst ausgemachte Musikexperten werden nun fragen: Wer ist das Liebeslicht-Orchester? Vor etwa fünf Jahren veröffentlichten die Amis eine namenlose LP, die in Deutschland allerdings nur spezialisierte Versandhändler anboten. Die CD „Leave The Light On“ wird ebenfalls nicht an jeder Ecke erhältlich sein, dafür aber vermutlich auch als LP. Zumindest lässt die knapp bemessene Spieldauer diesen Rückschluss zu. Das Vinylformat passt allemal besser zu dem, was John Németh und seine zwölfköpfige Formation aufs Parkett zaubern. Damit ist die Katze aus dem Sack. Liebhaber/innen des gepflegten Blues und Soul werden nun mit der Zunge schnalzen, denn für diesen Stil ist der in Kalifornien lebende Sänger und Mundharmonikaspieler aus Boise, Idaho, bekannt. Der Bandname wurde von Bobby „Blue“ Blands Hit „Turn On Your Love Light“ (1961) abgeleitet und soll das musikalische Konzept verdeutlichen: Bigband-Blues aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts im typischen Memphis-Sound. Perfekt umgesetzt wird das mit einem kraftvollen Song im Stil von Big Joe Turner („Time Is Fading Fast“), mit fantastischem Swing-Blues („Follow The Queen“) oder der einzigen Coverversion, dem „3 O’Clock Blues“. Mit der von Lowell Fulson komponierten Nummer feierte B.B. King seinen ersten großen Hit. Packend auch der mit Boogie-Woogie-Piano beginnende Titelsong, der sich im weiteren Verlauf durch die kraftvoll agierenden Bläser zu einem Shuffle entwickelt. Die exzellenten Gitarrenkünste von Joe Restivo kommen in dem Slow Blues „Come On Moon“ besonders zur Geltung, während Rumba-Rhythmus und ein Schuss Doo-Wop für zusätzliche Abwechslung sorgen. Veredelt werden die instrumentalen Künste des Orchesters durch den Gesang von John Németh, der den früheren Shoutern in nichts nachsteht. Dass auf diesem Album sein Mundharmonikaspiel nicht erklingt, ist keine Kritik und sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Videotrailer zum Album

Zurück



bluesnews 109

bluesnews 109

April bis Juni 2022
100 Seiten • 8,50 €

• Kenny Neal
• Bob Corritore
• Julian Sas
• Jimmy Reed
• Marc Amacher
• Vanesa Harbek
• Fred Chapellier
• Pugsley Buzzard
• Katie Henry
• Fleetwood Mac
• Eric Gales
• über 100 Rezensionen u. v. m.