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Traditionsbewusster Chicago-Blues

John Primer & Bob Corritore
The Gypsy Woman Told Me
(Vizztone, 48:40)

Sie verstehen sich als eine Art Lordsiegelbewahrer des traditionellen Chicago-Blues: der singende Gitarrist John Primer, der mit seinen 75 Jahren mittlerweile einer der großen Altmeister des Genres ist, und Mundharmonika-Ass Bob Corritore (63). „The Gypsy Woman Told Me“ ist ihr drittes gemeinsames Album und enthält zwei Primer-Nummern sowie zehn Coversongs. Primer, einst Begleiter von Muddy Waters und Magic Slim, verbreitet als Vokalist Southern-Feeling und spielt sich auf seiner Sechssaitigen immer wieder die Bälle mit Corritores Harp, aber auch Bob Welshs Piano zu. Das blinde Spielverständnis der beiden Protagonisten tritt am deutlichsten bei dem Akustikduett „Gambling Blues“ (Lil’ Son Jackson) zutage. J.J. Cales Vorlage „I Got The Same Old Blues“ geben sie einen dezenten Funk-Groove mit auf den Weg, Jimmy Reeds „Let’s Get Together“ treiben sie schwungvoll und energisch voran, und Rice Millers „My Imagination“ wurde als Midtempo-Shuffle angelegt. Dass Primer seinen Elmore James gelernt hat, lässt er nicht nur in seinem Saitenspiel gleich zum Start mit „Keep A-Driving“ (Chuck Willis) hören. Natürlich darf Ex-Boss Muddy Waters nicht fehlen. Aus dessen Feder stammt der Titelsong, den die beiden und ihre Mitstreiter entspannt grooven lassen. Primer und Corritore leben den Chicago-Blues, pflegen ihn traditionsbewusst und zeitlos gleichermaßen – und sie verstehen sich in ihrer Spielfreude geradezu blind.

Was ist die Summe aus 8 und 5?

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