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Zwischen den Stühlen

DeWolff
Live & Outta Sight II
(Mascot Label Group, 74:32, ADVANCE-CD)

Einen weiten Bogen schlagen die niederländischen Psychedelic- und Bluesrocker mit diesem Album – bis zurück ins Jahr 2015. Damals erschien „Live & Outta Sight“, eine durchaus hörenswerte Livescheibe. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan: Anfang vergangenen Jahres landete das Trio einen Plattenvertrag bei Mascot, immerhin der Heimat so klangvoller Namen wie Gov’t Mule, Beth Hart, Walter Trout oder Bluesprofessor Bonamassa. Was auf dem Labeldebüt zu erahnen ist, beweist dieses zweite Kapitel von „Live & Outta Sight”: Das bevorzugte Terrain der Truppe ist die Bühne. Es fällt schwer zu glauben, dass Pablo van den Poel (gtr, vcl), sein Bruder Luka (dms) und Robin Piso (bs, keyb), abgesehen von ein paar sehr fähigen Backgroundsängerinnen, diesen Rock-Sturm wirklich nur zu dritt entfesselt haben sollen. Sie setzen ihren Sound stilbewusst zwischen die Stühle, auf denen Led Zeppelin, Deep Purple und Pink Floyd ihre Legende errichtet haben. DeWolffs dichter Rock hat einen vergleichsweise harten Blues-Zungenschlag, was das Ganze noch mal gewaltig aufwertet. Eine Platte, die mit 74 Minuten Spielzeit zwar ans Äußerste einer CD geht, aber dennoch keine Sekunde langweilig wird. Und ein gutes Beispiel, dass ein Trio das wirksamste Bandkonzentrat ist – wenn jeder Beteiligte seinen Job richtig macht.

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bluesnews 109

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April bis Juni 2022
100 Seiten • 8,50 €

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